Andersherum zur Lösung

Das Buch Andersherum zur Lösung: Die Organisationsaufstellung als Verfahren der intuitiven Entscheidungsfindung wurde für die Zeitschrift Kontext Kontext (Zeitschrift für Systemische Therapie und Familientherapie rezensiert. 

Kontext ist eine Fachzeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF). Sie beinhaltet vierteljährlich sowohl Forschungsbeiträge und praxisbezogene Arbeiten, als auch wichtige Informationen zur berufspolitischen Entwicklung von systemisch arbeitenden Fachleuten. Ein Blick in die Zeitschrift lohnt sich. Ich habe meine Abonnement begonnen nachdem ich mir ein Probeexemplar zusenden lies.

Doch nun zur Rezension:

Rosselet, C. (2013). Andersherum zur Lösung: Die Organisationsaufstellung als Verfahren der intuitiven Entscheidungsfindung. Zürich: Versus.

rosseletandersherumzurlsungcover.jpgEine Anleitung zur impliziten Lösungsfindung

Der Autor des kompakten Buches Andersherum zur Lösung ist als Berater, Coach und Weiterbildner an Hochschulen tätig. Zudem engagiert er sich als Redaktionsmitglied der Zeitschrift Praxis der Systemaufstellung nachdem er sich bereits im Internationalen Forum für System-Aufstellungen in Organisationen und Arbeitskontexten als Gründungsmitglied und ehemaliger Vorstand bekannt machte. Der 1952 geborene Betriebswirt arbeitete zeitweise als Regieassistent, Abendspielleiter und als freischaffender Ausstellungsmacher. Ob sich dort die Leidenschaft für Systemaufstellungen bereits entfachte bleibt wohl sein Geheimnis, doch letztendlich mündeten all diese Erfahrungen in einer nun bereits seit 1994 andauernden Beratertätigkeit für Führungskräfte, Projekt- und Managementteams und 2005 in der Gründung der Inscena Systemische Beratung GmbH. Seine praktischen Erfahrungen der langjährigen Beratertätigkeit und Aufstellungsarbeit wird nun im vorliegenden Werk verständlich zusammengefasst.

Das Buch ist in drei etwa gleich große Teile gegliedert. Das erste ist ein Überblick und gleichzeitig eine Einführung in die Gesamtthematik der Organisationsaufstellung. Teil zwei befasst etwas tiefer sich mit einzelnen Modellen, Methoden und Themen. Abgerundet wird das Werk durch ein Fallbeispiel in Abschnitt 3.

Über die Ausgangssbeschreibung, wird die Frage geklärt weshalb, wann und wozu in Organisationen Aufstellungsarbeit genutzt werden kann. Anschließend gibt es ein Plädoyer für Erfahrungen um implizites Wissen zu explizieren. Mit vielen praktischen Erfahrungen und Klientenmeinungen angereichert, wird abschließend im ersten Abschnitt auf Aufstellungsarbeit im Management eingegangen. Durchgängig wird in diesem Drittel bereits Bezug auf die Methoden, Themen, Begriffe und Anleitungen im zweiten Teil genommen. In diesem werden alphabetisch geordnet auf je einer Doppelseite wohl strukturiert und übersichtlich Inhalte, wie beispielsweise Interpretation eines Aufstellungsbildes, Ordnungsmomente, Schema, Setting oder World Café dargelegt. Jede der knappen Abhandlungen wird durch Literaturempfehlungen zur Vertiefung ergänzt, was definitiv ein Muss in dieser kompakten Abhandlung ist. Die Fallstudie rundet das Werk ab und beschreibt narrativ und verbildlicht einen beispielhaften Ablauf. Obwohl diese verständliche Zusammenfassung eines Prozesses das Buch nochmals praktisch anreichert, bleibt dem Leser natürlich die eigene positive Erfahrung vorenthalten diese Art des Wissenserwerbs als nutzbringend zu erleben. Trotzdem regt es an, eigene Erfahrungen in Aufstellungen zu sammeln.

Das vorliegende Werk Andersherum zur Lösung beschreibt sehr verständlich einen kleinen Ausschnitt aus Ziel- und Lösungsaufstellungen in Organisationen. Es lädt als praktischer Ansatz, gerade aufgrund seiner Kürze zum Experimentieren ein. Für welche Leserschaft das Büchlein geeignet ist ist mir allerdings nicht ganz klar. Als Überblick ist es für Anfänger sicher ein guter Einstieg, von dem aus weiterführendes Literaturstudium und vielseitiges Erfahrungssammeln jedoch zwingend notwendig sind um Aufstellungsarbeit eher zu professionalisieren als zu multiplizieren. Dafür fände ich eine kritische Betrachtung und entsprechende Hinweise zu dieser Kompaktausgabe als zwingend erforderlich. Bereits aufstellungsvorerfahrenen Personen ist das Buch sicher zu knapp. Da es jedoch die Komplexität von Zielaufstellungen auf ein Minimum reduziert, halte ich es durchaus für lesenswert.

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